Wie hat alles begonnen?

Bereits 1999 hat die Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken (IHK) mit der EUREM Initiative begonnen und erste Praxistrainings „EnergieManager (IHK)“ in Deutschland durchgeführt. Darauf aufbauend wurde EUREM zwischen 2003 und 2005 im Rahmen eines EU-Projekts von der Nürnberger IHK (Federführung), der Deutsch-Portugiesischen Industrie- und Handelskammer in Lissabon (DUAL), The Energy Institute in London und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Wien entwickelt.
Mit EUREM.NET – Training and Network of European EnergyManagers – einem EU Folgeprojekt – wurde dieses Trainings- und Netzwerkprogramm zwischen 2006 und 2009 in neun weiteren EU-Staaten implementiert.

Wo fanden die ersten EUREM Trainings statt?

Die ersten EUREM Trainings wurden 2004 in Deutschland, Großbritannien, Österreich und Portugal sowie 2008 in Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Polen, Slowenien, Spanien und Tschechien durchgeführt. Die EUREM-Anbieter von zehn dieser dreizehn Länder haben sich 2009 zum EUREM Consortium zusammengeschlossen, um auch nach Auslaufen der EU-Förderungen regelmäßig EUREM Trainings durchzuführen und die registrierte Marke EUREM weltweit zu verbreiten.

Wie hat sich EUREM weiterverbreitet?

Um Unternehmen bei der Identifizierung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen zu unterstützen, förderte die Europäische Union die Einführung des EUREM-Trainings in sechs weiteren Mitglieds- und Beitrittsländern Südosteuropas. Im Mai 2013 startete das von der IHK Nürnberg initiierte und von der EU kofinanzierte Projekt EUREMplus, welches das Ziel verfolgte, EUREM in den Ländern Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Polen, Rumänien und Zypern zu etablieren, um dort kleine und mittlere, produzierende Unternehmen bei der Entwicklung betrieblicher Energieeffizienzmaßnahmen zu unterstützen. Dazu wurden in den jeweiligen Staaten Partnerinstitutionen gewonnen, welche das EUREM Training auf die landesspezifischen Bedürfnisse anpassten und die Kurse in ihrem Land einführten. Die neuen Kursanbieter wurden durch die EUREM Partner aus Deutschland (Nürnberg), Österreich (Wien) und Tschechien (Prag) unterstützt und sollten nach einer Anlaufphase das Kursangebot selbstständig weiterführen. Im Rahmen des Projekts wurden die ersten Praxistrainings in den beteiligten Ländern durchgeführt. Die Trainings wurden nach dem offiziellen Projektende von einigen der Anbieter eigenständig weitergeführt.

Durch das EU-Projekt EUREMplus konnte das EUREM Training um sechs Partnerländer auf insgesamt 30 Staaten ausgedehnt werden. Im Rahmen des Projekts nahmen mehr als 100 Personen aus den neu hinzugekommenen Partnerländern an den ersten Trainings teil. In der Projektauswertung wurden den entwickelten Praxisprojekten Investitionen in Höhe von rund 48 Millionen Euro zugeordnet. Für die im EUREMplus-Projekt ausgewerteten Praxisprojekte wurden jährliche Energieeinsparpotenziale von insgesamt rund 155.000 MWh und rechnerische CO₂-Minderungspotenziale von rund 83.000 Tonnen angegeben. Das Projekt unterstützte außerdem den fachlichen Austausch und die Vernetzung der damaligen EUREM-Absolventinnen und -Absolventen.

Daten zu EUREMplus

Laufzeit: Mai 2013 bis Oktober 2015
Budget: 1.347.000 Euro, EU Kofinanzierung 75 Prozent
Partnerländer: D, AT, CZ, BL, RO, HR, MZ, CY, PL
Trainings: 16, Kursteilnehmer: 254
Investitionen: 48 128 705 Euro
Endenergie-Einsparpotenzial: 155.641 MWh/a
Kosteneinsparpotenzial: 9.957.000 Euro/a
Einsparpotenzial CO2 Emission: 83.811 t/a

Die Angaben stammen aus der Auswertung des abgeschlossenen EUREMplus-Projekts und beziehen sich auf den damaligen Projektzeitraum und die darin betrachteten Projekte. Sie stellen keine Prognose oder Garantie für heutige Trainings, einzelne Teilnehmende oder Unternehmen dar.

EUREMnext Projekt

Durch das Folgeprojekt EUREMnext konnte das EUREM Training in weiteren 6 Staaten (Albanien, Bosnien & Herzegowina, Estland, Lettland, Serbien & Türkei) eingeführt werden. Unterstützt wurden die Akteure aus den neuen Staaten von den etablierten EUREM-Partnern in Deutschland, Finnland, Griechenland, Österreich, Spanien und Tschechien. Das von der EU finanziell unterstützte Projekt „EUREMnext – Europäische Energiemanager durch Umsetzung von Empfehlungen für Energieaudits auf das nächste Effizienzniveau bringen“, startete am 1. März 2018. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken war Antragstellerin und Koordinatorin der 13 Partner aus 12 Staaten. Das auf 40 Monate angelegte Projekt wurde vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Kommission finanziert.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer EUREMnext 2021.

Titelbild: acinquantadue/Shutterstock.com

Daten zu EUREMnext

Laufzeit: März 2018 bis Juni 2021
Budget: 1.809.556 Euro
Partnerländer: AL, AT, BA, CZ, DE, EE, ES, FI, GR, LV, RS, TR
Trainings: 18, Kursteilnehmer: 222

Einsparpotentiale pro Teilnehmer:
Energieeinsparung: 950 MWh/a
Kosteneinsparung: 80.000 Euro/a
Eingesparte CO2 Emission: 550 t/a
Investitionskosten: 250.000 Euro
Amortisationszeit: 4,5 Jahre

Die Werte beruhen auf der Auswertung der im Projekt betrachteten Projektarbeiten. Sie stellen Durchschnittswerte der zugrunde liegenden Stichprobe und keine Garantie oder Prognose für einzelne Teilnehmende, Unternehmen oder Maßnahmen dar. Tatsächliche Ergebnisse hängen unter anderem von Ausgangssituation, Berechnungsannahmen, Energiepreisen und Umsetzung ab.